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Allgemeine Informationen zur Förderung - Das Stipendium

Eine Förderung im Studium kann vielseitig sein. Zumeist wird eine Förderung öffentlich als „Stipendium“ ausgeschrieben und ist mit bestimmten Voraussetzungen für den potentiellen Bewerber verknüpft. Wiederum andere Stipendien sind auch ausschließlich für den Vorschlag durch bestimmte Gremien ausgelegt.

Der Begriff „Stipendium“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Sold“; er ist somit mit der historischen Bedeutung der Bezahlung eines Entgeltes für bestimmte Dienste (Söldner, Besoldung) verknüpft. Im Rahmen des Studiums bedeutet dies also eine entsprechende Entlohnung für besondere Leistungen in verschiedenen Kategorien.

Die ursprüngliche Bedeutung von Stipendien war die Finanzierung eines Studiums von begabten Schülern aus sozialschwachen Familien. Die Stipendien dienten damit dem Studenten die Last der zusätzlichen Finanzierung durch Nebentätigkeiten abzunehmen. Im Laufe der Jahre und der Entwicklung unserer Gesellschaft spaltete sich dieses Prinzip zu einigen hunderten verschiedenen Konzepten auf.

Neben finanzieller Bedürftigkeit stehen heute die hervorragende Leistung, das Engagement in der Politik, an der Schule, Hochschule oder in der Gesellschaft, aber genauso auch religiöse Aspekte im Vordergrund. Jede Stiftung oder Förderer baut sein eigenes Konzept auf und schreibt damit verbundene verschiedene Voraussetzungen für eine "Förderungswürdigkeit" vor; diese sollte man als Bewerber stets genauestens studieren. Im Vordergrund der meisten Studenten steht natürlich beim Aspekt „Stipendium“ die Finanzierung des Lebensunterhaltes (= materielle Förderung), allerdings sollte man die nicht-entgeltlichen Angebote und den Umfang dieses Zusatzprogrammes (= ideelle Förderung) nicht unterschätzen. Die beiden Haupt-Formen können als Vollstipendium verknüpft oder separat als Teilstipendium vergeben werden; manche Ausschreibungen beschränken sich aber auch direkt nur auf einen Teilbereich, wie z.B. einer Reisekostenübernahme.

 

Man unterscheidet zunächst die beiden Hauptformen, sowie die Kombinationen:


IDEELLE FÖRDERUNG: Diese Art umfasst einen oder mehrere Teile, bedeutet aber grundlegenden eine nicht-entgeltliche Förderung in verschiedenen Formen.  


  • Büchergeld: Dies ist eine feste Geldsumme, die monatlich ausgezahlt wird und die für alle studienrelevanten Dinge verwendet werden kann - z.B für Literatur, Schreibmaterialien, Bücher, Stethoskop, Laptop oder auch einen neuen Kittel.
  • Mentoring: Dieser Begriff umfasst die Zuteilung eines Altstipendiaten/ Graduierten/ Coachs für eine Beratung, die eigene Karriereplanung, sowie zur seelische Unterstützung und Bewältigung von schwierigen Lebenslagen.
  • Literaturrecherche: Man erhält Zugang zu bestimmten Datenbanken mit hunderten von Publikationen verschiedener Fachbereiche oder auch für wissenschaftlich verlässliche Online-Lexika oder Enzyklopädien; ein hilfreiches Werkzeug gerade für medizinische und naturwissenschaftliche Studiengänge.
  • Seminarprogamm: Es gibt vielfache Ausschreibungen über Seminare zu speziellen Themen (politisch, wissenschaftlich, Soft-Skills) zur Erlangung von Zusatzqualifikationen; die Teilnehmerauswahl kann sich auf bestimmte Fachbereiche beschränken oder dient der Förderung der geistigen Interdisziplinarität.
  • Winter-, Frühjahr- & Sommerakademien: Oft gibt es 1-3 x pro Jahr Ausschreibungen über eine Veranstaltungen von mehreren Tagen bis Wochen zu bestimmten Themen, mit bewussten interdisziplinärem Ansatz, hierbei steht auch das Ziel der Verknüpfung der Stipendiaten im Rahmen des Netzwerkens im Vordergrund
  • Aktive Beteilung - Stipendiatische Mitarbeit: Es besteht die Möglichkeit sich an stipendiatischen Gremien der Stiftung, der Betreuung von neuen Stipendiaten, der Organisation von Treffen oder anderen Aktivitäten zu beteiligen.

 


MATERIELLE FÖRDERUNG: Diese Art der Förderung umfasst grundsätzlich die Bezahlung eines jährlich festgelegten Geldbetrages, von der regelmäßigen Finanzierung des Lebensunterhaltes bis hin zu einer einmaligen Auslandsförderung gibt es hier viele Unterformen und Varianten. In der Regel lehnt sich die Berechnung an die staatlichen Richtlinien des Bafögs an.


  • Grundstipendium: Das Grundstipendium wird nach bestimmten Richtlinien auf Basis der Verdienste (eigenes Einkommen, Einkommen der Eltern oder des Ehe-/Lebenspartners) berechnet und monatlich zur Finanzierung des Lebensunterhaltes ausgezahlt. Diese Art ist zumeist so reglementiert, dass nur eine entgeltliche Förderung erfolgen darf - Eine finanzielle Doppelförderung wird zumeist abgelehnt.
  • Auslandsaufenthalte: Zumeist ist es möglich Auslandsvorhaben (Auslandsemester, Auslandsprakika, Seminare, Kurse) auf Antrag teil- oder vollfinanziert zu bekommen. Sollte dies nicht der Fall sein, ist eine Kombination mit einer anderen materiellen Auslandsförderung erlaubt und meist auch gewollt. Eine Auslandsförderung kann sich auch nur auf einzelne Bestandteile - wie eine Reisenkostenpauschale, oder ein Auslandszuschlag -  beschränken oder auch als ein "Komplett-Paket" das gesamte Vorhaben umfassen.
  • Versicherungszuschüsse: Unter bestimmten Bedingungen kann für sich selbst und die eigene Familie Versicherungszuschläge (z.B. Kranken- und Pflegeversicherung) beantragt werden.
  • Kinder-/Familienzuschläge: Da natürlich während des Studiums oder der Promotion auch sehr viele Stipendiaten heiraten und Nachwuchs bekommen, wird dies oft durch zusätzliche finanzielle Unterstützung in verschiedenen Formen bestärkt. Die Kombination von Karriere und Familie ist auch bei den Förderern ein wichtiges Thema geworden.

 


FORM DES STIPENDIUMS: Man unterscheidet zwei Formen des Stipendiums.


  • VOLLSTIPENDIUM: Kombination aus ideeller und materieller Förderung, bedeutender Umfang von Leistungen (z.B. die Stipendien der 13 Förderwerke des BMBF, http://www.stipendiumplus.de/)
  • TEIL-STIPENDIUM: Nur eine Hauptform wird abgedeckt oder es werden nur teilweise bestimmte Vorhaben/ Aspekte finanziert; dabei muss auf die Ausschreibung geachtet werden (z.B. Deutschlandstipendium)